Über Esmeraldas
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Die Lage von Esmeraldas in Ecuador
Esmeraldas ist die am
weitesten nordwestlich gelegene Provinz und grenzt im
Norden an Kolumbien und im Westen an den Pazifischen
Ozean.
Sie umfasst das Becken
von Borbón. Dieses Becken wird durch die
Flussniederungen des Río Cayapas, Río Mataje und des Río
Santiago gekennzeichnet.
Im Westen stößt die
Provinz bis an die Ausläufer der Abhänge der
Küsten-Kordillere, die sich über 330 km von Guayaquil
bis Esmeraldas erstreckt.
Die Lage
Ecuadors in Südamerika
Ecuador ist mit 272.000 km2 eines
der kleinen südamerikanischen Länder. Es liegt an der
Nordwestküste Südamerikas auf 75º - 81º westlicher Länge
und 2º nördlicher bis 5º südlicher Breite, d.h. der
größte Teil des Staatsgebietes liegt südlich des
Äquators. Seine Küstenlinie erstreckt sich über 2237 km.
Das Land teilt sich in drei große Klimazonen, die
weitgehend mit der ethnischen Gruppierung der
Bevölkerung übereinstimmen:
• Die Küste
• Die beiden Andenketten mit dem eingeschlossenen
Hochtal
• Das Amazonastiefland
Die
Bevölkerung gliedert sich in vier ethnische Gruppen:
• 30 % Indianer (hauptsächlich im Hochland und in
Amazonien lebend)
• 50 % Mestizen und Cholos (auf das gesamte Staatsgebiet
verteilt)
• 8 % Schwarze, Mulatten und Zambos (hauptsächlich in
der Küstenregion lebend)
• 10 % Weiße (mehrheitlich der urbanen in Quito und
Guayaquil angesiedelten Oberschicht zugehörig, unter
ihnen auch zahlreiche Europäer)
I n
der Region der Küstentiefebene leben auf 24,6% der
Landesfläche (67.930 km2) über 60% der Gesamtbevölkerung.
Die Verstädterung ist weit fortgeschritten. Gegenwärtig
leben landesweit 63% der Bevölkerung in urbanen Räumen.
Verwaltungspolitisch ist das Land in 22 Provinzen
gegliedert, die von Gouverneuren verwaltet werden. Die
Gouverneure werden vom Staatspräsidenten ernannt. Der
Staatshaushalt finanziert sich fast ausschließlich aus
dem Erlös im Amazonastiefland geförderten und in
Esmeraldas verladenen Erdöls.
Ecuador ist der weltgrößte Bananenexporteur. Außerdem
werden Kakao, Garnelen, Schnittblumen, Fisch und Kaffee
exportiert.
Die Exporte nach Deutschland machen ca. 5% des
Gesamtexportvolumens aus. Es werden jedoch keine
nennenswerten Einfuhren aus Deutschland getätigt.
Das Land verfügt über 2 internationale Flughäfen und
drei Überseehäfen. Das insgesamt ca. 43.000 km lange
Straßennetz ist nur in einer Ausdehnung von ca. 10.000
km asphaltiert oder gepflastert.
Klima
Der kalte,
in der Antarktis entspringende Humboldt-Strom schwenkt
an der Küste Ecuadors in westliche Richtung, während der
äquatoriale Gegenstrom von Nordwesten her auf die Küste
trifft. Gleichzeitig spielt die südostpazifische
Hochdruckzelle eine zentrale Rolle für das Klima im
Küstentiefland Ecuadors. Als Folge ist das Klima an der
Nordküste Ecuadors voll humid und die Provinz Esmeraldas
weist Niederschläge von über 2.000 mm/Jahr auf, die im
Norden bis zu 3.000 mm/Jahr erreichen. Für die
Landwirtschaft bietet die regenreiche Nordküste große
klimatische Vorteile, wohingegen der Fischreichtum,
bedingt durch die höheren Wassertemperaturen, geringer
ist als im kälteren Wasser der vom Humboldtstrom
beeinflussten südlichen Küste. Von Dezember bis Mai
herrscht die Regenzeit, genannt “invierno” (Winter). Die
anschließende, wiederum bis Dezember anhaltende
Trockenzeit wird “verano” (Sommer) genannt. Die
jährlichen Durchschnittstemperaturen sind im
Küstentiefland Ecuadors verhältnismäßig gleich bleibend;
sie variieren nur zwischen 23 °C und 26 °C. San Lorenzo
im Norden der Provinz Esmeraldas, das im Klimagürtel des
Tropischen Regenwaldklimas liegt, weist 1.078
Sonnenstunden pro Jahr auf, was sich positiv auf die
vegetativen Zyklen in der Landwirtschaft auswirkt.
Sozioökonomische
Verhältnisse
In der Provinz Esmeraldas leben auf 15.200 km² etwa
450.000 Menschen, das sind auf 5,9% der ecuatorianischen
Landfläche 3,2% der Gesamtbevölkerung. Die Verstädterung
der Provinz liegt mit 48,4% unter dem nationalen
Durchschnitt (63%).
Esmeraldas ist das spanische Wort für den Edelstein
Smaragd. Sie zählt historisch zu den unbeachteten und
wenig geförderten Provinzen Ecuadors und gliedert sich
in acht Verwaltungsbezirke (Kantone):
• San Lorenzo
• Eloy Alfaro
• Rioverde
• Esmeralda
• Atacames
• Muisne
• Quininde
• La Concordia.
Die Provinzhauptstadt Esmeraldas, in der mit ca.250.000
Einwohnern fast die Hälfte der Provinzbevölkerung lebt,
ist ebenfalls Verwaltungssitz des gleichnamigen
Verwaltungsbezirkes.
Die endgültige Anbindung der Provinzhauptstadt an das
nationale Straßennetz erfolgte erst 1961. Bis dahin war
sie nur von Manta oder Guayaquil aus auf dem Wasserwege
zu erreichen, und auf dem Landweg zu Fuß von Santo
Domingo bis nach Quininde und von dort aus - meist auf
Flößen - über den Rio Esmeraldas, der vor der am
Flussufer gelegenen Stadt in den Pazifischen Ozean
mündet.
Die Provinz von Mataje, an der Grenze zu Kolumbien im
Norden bis Chamanga an der Provinzgrenze zu Manabi im
Süden, wird durchzogen von der E 15, der so genannten
Ruta del Sol. Eine weitere asphaltierte Straße, die E
25, führt von der Stadt Esmeraldas über Quininde und
Santo Domingo nach Quito. Alle weiteren Straßen im
Bereich der Provinz sind Schotterstrassen zweiter
Ordnung.
Die Provinz Esmeraldas ist der Ursprungsort der Afro-Ecuatorianischen
Bevölkerung, die jedoch inzwischen auch sehr zahlreich
in Guayaquil angesiedelt ist und fast auf dem gesamten
Staatsgebiet anzutreffen ist.
Im Norden der Provinz lebt eine indigene
Restbevölkerung, die den Gruppen der Chachi, Epera und
Awá-Indianer angehört.
Mit 26,2 Einwohnern je km² ist Esmeraldas die am
dünnsten besiedelte Küstenprovinz (vergl. Guayas 160,8
Einwohner je km²). In den vergangenen Jahren hat sie
einen starken Zuzug aus den dichter besiedelten
Provinzen erfahren, was zu einer über dem nationalen
Durchschnitt liegenden Wachstumsrate der Bevölkerung
geführt hat (26,8%.).
Die Provinzhauptstadt, 340 km von der Landeshauptstadt
Quito entfernt,
beherbergt einen der drei ecuadorianischen Überseehäfen.
Im nahe gelegenen Ölterminal Balao wird das Rohöl
verladen, das im Amazonastiefland gefördert und über
eine die Anden überquerende Pipeline zugeleitet wird.
Im Stadtgebiet befindet sich neben der größten
Erdölraffinerie Ecuadors auch ein mit Schweröl
arbeitendes Heizkraftwerk.
Die Provinz weist keine weitere nennenswerte
industrielle Entwicklung auf. Auch die großflächige
Plantagenwirtschaft - insbesondere von Ölpalmen (in
jüngster Vergangenheit ein Exportprodukt für Biodiesel),
Papaya und Ananas - ist flächenmäßig eher gering und
beschränkt sich auf das Umland von Quininde.
In verschiedenen kleinen Seebädern - Muisne, Same, Sua,
Atacames, Tonsupa, Las Peñas - hat sich eine punktuelle
Touristikindustrie angesiedelt, deren Angebot von
einfachen Gruppenherbergen bis hin zum Luxushotel mit
Golfplatz alles umfasst und, saisonbedingt, von
Touristen meist nationaler Herkunft aufgesucht wird.
Der Großteil der Landbevölkerung widmet sich der
kleinbäuerlichen Landwirtschaft, die für den
Eigenverbrauch und den lokalen Markt produziert.
In den ländlichen Gebieten hat die Waldwirtschaft große
wirtschaftliche Bedeutung, wird jedoch nicht regenerativ
betrieben, sondern nur ausbeutend. Dies hat zum Verlust
von ca. 85% der Regenwaldflächen im Norden der Provinz
geführt.
Dieser Tatbestand verdient Beachtung, da Esmeraldas auf
Grund seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt als
biogenetischer hot-spot eingestuft wird.
Ein weiterer großer Personenkreis ist mit der Fischerei
befasst.
Die Arbeitslosigkeit liegt wie in ganz Ecuador bei rund
50% und eine große Personenzahl, vor allem in den
urbanen Zentren, ist im informellen Straßenhandel tätig.
Die Garnelenzucht war in den 90er Jahren ein wichtiger
Wirtschaftszweig, kam aber, bedingt durch das Auftreten
des White-Spot-Virus, fast vollständig zum Erliegen.
Diese Krankheit ist inzwischen überwunden, die
Garnelenzucht gewinnt daher wieder an Bedeutung,
insbesondere die nachhaltig biologische Erzeugung.
In allen Teilen der Provinz wird der weltweit qualitativ
hochwertigste Kakao angebaut.
Der jüngste UN Bericht, zeigt, dass 65% der Bevölkerung
Ecuadors unterhalb der Armutsgrenze lebt, und dieser
Prozentsatz könnte in Esmeraldas sogar noch höher
liegen. Gegenwärtig wird Esmeraldas den ärmsten
ecuadorianischen Provinzen zugeordnet. Die betroffenen
Bevölkerungsteile finden sich in den urbanen
Wohngebieten ebenso wie in den abgelegenen ländlichen
Zonen, weisen einen beträchtlichen Anteil von Falsch-
und Unterernährung auf und sind durch hohe
Säuglingssterblichkeit und unterdurchschnittliche
Lebenserwartung gekennzeichnet.
Die
Gesundheitsfürsorge ist mangelhaft und wird durch
personell unterbesetzte und schlecht ausgestattete
Gesundheitszentren im städtische wie im ländlichen
Bereich geleistet.
Der Grundschulbesuch der Bewohner urbaner Wohngebiete
ist aus einer Vielzahl von Gründen unregelmäßig und wird
in vielen Fällen nicht abgeschlossen. In ländlichen
Gegenden macht sich häufig Lehrermangel bemerkbar und
die oft sehr langen Anmarschwege sind - neben der
Beanspruchung der Kinder als Arbeitskräfte in den
landwirtschaftlichen Familienbetrieben - ein weiterer
Grund für unregelmäßigen Schulbesuch und verfrühten
Schulabbruch.
Ein
enormes soziales Problem ist die Kinderarbeit. In
Ecuador gibt es 1,5 Millionen Kinder, die arbeiten
müssen - das sind fast 40% aller Kinder im Land.
Auch die Provinz Esmeraldas weist eine sehr große Zahl
von Kindern und Jugendlichen auf, die aus vielfältigen,
meist familiär bedingten Gründen, einem Broterwerb
nachgehen müssen.
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